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Frostpunk Gamescomeinblicke
veröffentlicht am 23.08.2017 von Wingreed

Eigentlich sind wir nur durch puren Zufall auf das Spiel Frostpunk gestolpert. Versteckt in der Indie Arena Booth konnte man an eher unauffälligen Spielstationen dieses Survival Städtebau Game anzocken. Nichtsdestotrotz hat uns diese Anspielsession, obwohl wir am Ende auf ganzer Linie versagt haben, aber dazu später mehr, derartig gut gefallen, dass wir an dieser Stelle einmal ein Fazit zu Frostpunk abgeben wollen.

 

 

 

Zuerst einmal: Was ist Frostpunk denn jetzt genau? Frostpunk vermischt das Steampunk Setting mit einer Eiszeit. Der gesamte Planet liegt unter einer unerbittlichen Decke aus Eis und Schnee begraben und wir müssen mit ein paar Überlebenden, welche sich um einen Dampfgenerator in einer Art Krater gerettet haben, versuchen zu überleben. Zusätzlich sollen wir eine neue Gesellschaftsordnung aufbauen, welche diese Katastrophe langfristig überleben kann. Also beginnen wir damit, ganz klassisch Wohnunterkünfte (am Anfang noch Zelte) um den Generator herum zu bauen, für Rohstoffe zu sorgen, Kohle für den Generator abzubauen und natürlich auch Nahrung zu produzieren. All diese Gebäude müssen wir ringförmig um den Generator aufbauen. Dabei müssen wir besonders aufpassen, wie weit weg die Gebäude vom Generator stehen, denn je weiter man sich von dem Generator entfernt, desto kälter wird es und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen krank werden. Im Laufe des Spiels kann man verschiedenste Technologien entwickeln, welche einem zum Beispiel verbesserte Rohstoffgewinnung erlauben, den Generator aufbessern, was in einem größeren Wärmeradius mündet, oder ganz wichtig, bestimmte Gebäude mit einer Heizung versehen, wodurch die Menschen in ihnen nicht frieren. Besonders letzteres ist enorm wichtig, da die Ressourcen sich nahezu alle am Rand der Karte befinden, weit weg von der Wärme des Generators und die Menschen deswegen dazu neigen, in den Rohstoffgebäuden krank zu werden.

Während wir nun all diese Rohstoffe ausbalancieren, nachts arbeiten die Menschen nämlich nicht, weshalb wir tagsüber genug Kohle sammeln müssen, damit der Generator in der Nacht nicht einfach ausgeht. Auch Nahrung sollte genug gelagert sein, um die Arbeitspausen überbrücken zu können. Müssen wir gleichzeitig die Werte Hoffnung und Unmut auf dem Schirm haben. Ist der Unmut zu hoch und die Hoffnung zu gering, kann es passieren, dass wir ins ewige Eis verband werden -> Game Over.

 

Als letztes müssen wir in unregelmäßigen Abständen Entscheidungen treffen, welche das Schicksal unsere Gesellschaft beeinflussen. Einmal getroffen können wir diese Entscheidungen nicht rückgängig machen und müssen bis zum Ende mit ihnen leben. Solche Entscheidungen können zum Beispiel das Erlauben oder Verbieten von Kinderarbeit, oder auch das Verfahren mit den Leichen der gestorbenen Bürger sein.

 

Doch wie lief nun unsere Session? Eigentlich startete sie ganz gut und trotz der etwas unübersichtlichen Menüführung und der dezenten Untererklärung der Mechaniken, dass die Menschen nachts nicht arbeiten, ist zwar irgendwo logisch, wird aber vom Spiel nicht erklärt (oder wir haben es übersehen), hat uns das Spiel schnell in seinen Bann gezogen. Dies ist auch der dichten Atmosphäre und dem stimmigen Artdesign zu verdanken, welches viel zur Immersion des Spiels beiträgt. Jedoch ist unsere Stadt dennoch am Ende elendlich zu Grunde gegangen. Dreiviertel der Leute waren am Ende krank und davon noch gut die Hälfte schwerkrank; was in unserer Absetzung mündete.

 

Fazit: Frostpunk ist ein angenehm komplexes Städteaufbau-Game in einem originellen Szenario, welches einem mit Sicherheit über lange Zeit fesseln kann. Die tolle Grafik und das stimmige Artdesign erschaffen eine für Aufbaustrategiespiele überraschend dichte Atmosphäre und durch die vielen verschiedenen gesellschaftlichen Entscheidungen ist für Wiederspielwert gesorgt.  Man muss aber den sehr düsteren Grundton des Spiels und allgemein diese Art Spiel mögen. Wer aber Banished, Anno auf hohen Schwierigkeitsgraden, oder Cities: Skylines mag, sollte bei dem neuen Spiel der 11 Bit Studios zugreifen.

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